56% der Remote Worker verlassen ihre Wohnung ganze Wochen nicht. Warum Einsamkeit zum Business-Thema wird - und was wir dagegen tun.  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
KINN:LADE 01/26 - Das stille Paradoxon

Das stille Paradoxon: Warum Einsamkeit zum Business-Thema wird

In dieser Ausgabe

1 Das Gefühl

2 Die Zahlen

3 KI-Begleiter

4 Was 2026 passiert

5 Die 6 Punkte

6 Was du tun kannst

56% der Remote Worker verlassen ihre Wohnung ganze Wochen nicht. Einer von vier spricht tagelang mit niemandem.

Das sind keine Zahlen aus einer Dystopie. Das ist der Alltag von Millionen Wissensarbeitern im Jahr 2026. Und es trifft Menschen, die eigentlich alles richtig machen - produktiv, flexibel, ortsunabhängig.

Ich kenne dieses Gefühl. Aus erster Hand.

Remote Worker am Schreibtisch

Das Gefühl, das niemand ausspricht

Es beginnt nicht dramatisch. Es schleicht sich ein.

Du sitzt am Schreibtisch. Der dritte Video-Call heute. Kamera an, Lächeln, professionell. Nach dem Meeting klappst du den Laptop zu. Stille.

Nicht die gute Stille. Nicht die produktive Fokus-Zeit.
Diese andere Stille.

Die, in der du merkst: Der letzte echte Austausch - nicht der Meeting-Small-Talk, nicht die Slack-Nachrichten - war... wann eigentlich?

Du checkst LinkedIn. Alle scheinen zu connecten und zu netzwerken. Du scrollst durch Success-Stories von Menschen, die remote their best life leben. Und fragst dich: Warum fühlt sich das für mich anders an?

Meiner Erfahrung nach denken viele Remote Worker genau das - sagen es aber nie. Weil: Wer gibt schon zu, dass er sich einsam fühlt, obwohl er die Freiheit hat, von überall zu arbeiten?

Die Zahlen dahinter

Eine aktuelle Gallup-Studie zeigt: Fully Remote Worker berichten häufiger von Wut, Traurigkeit und Einsamkeit als Hybrid- oder Büro-Mitarbeiter. Selbst wenn man Einkommen als Faktor herausrechnet.

Laut OECD haben fast 10% der EU-Bürger nach eigenen Angaben keine engen Freunde. Junge Menschen und Männer sind besonders betroffen - zwei Gruppen, die in der Tech-Szene stark vertreten sind.

Was mich überrascht hat: 82% der britischen Erwachsenen geben zu, Einsamkeit erlebt zu haben. Aber drei von fünf haben nie darüber gesprochen.

Einsamkeit ist wie Zahnarztschmerzen. Jeder kennt sie. Niemand will zugeben, dass sie wehtun.

Der KI-Begleiter - Pflaster statt Heilung

Während wir schweigen, explodiert ein neuer Markt: AI Companions. Chatbots, die zuhören. Virtuelle Freunde, die immer Zeit haben. Die niemals urteilen, nie beschäftigt sind, nie genervt reagieren.

KI-Begleiter - Pflaster statt Heilung

Aus meiner Sicht ist das symptomatisch für ein tieferes Problem. KI-Begleiter können ein Pflaster sein. Aber erstens ist dahinter immer eine Firma mit Eigeninteressen und zweitens können sie nicht ersetzen, was Menschen wirklich brauchen: Echte Präsenz. Geteilte Erfahrungen. Das Gefühl, dass jemand deinen schlechten Tag mitbekommt - nicht weil ein Algorithmus es erkennt, sondern weil er neben dir sitzt.

"Connection is the single greatest predictor for everything"

US Chamber of Connection

Nicht Tools. Nicht Algorithmen. Verbindung.

Was in 2026 passiert

Die Prognose: 2026 wird das Jahr, in dem Einsamkeit am Kipppunkt steht. Und gleichzeitig das Jahr, in dem Investitionen in echte menschliche Verbindung den größten Return bringen.

Echte Verbindung - Menschen treffen sich

Überall entstehen neue Ansätze:

Bücherklubs und Sportvereine erleben ein Revival
Der Stirling Prize - einer der wichtigsten Architekturpreise - ging an ein Altersheim, das gegen Einsamkeit entwickelt wurde
Non-Profits wie die US Chamber of Connection entwickeln "6 Points of Connection" als Framework
Coliving-Boom: 64% der Bewohner berichten, sich weniger einsam zu fühlen

Warum wir LibraLab gestartet haben

Mir ist wichtig: Es geht nicht darum, dass Remote Work per se schlecht ist. Die Flexibilität, die Autonomie, die Möglichkeit, von überall zu arbeiten - das sind echte Vorteile. Aber wir brauchen beides: Freiheit und Verbundenheit.

Genau das war einer der Hauptgründe, warum wir LibraLab in der Nähe von Innsbruck geöffnet haben. Ein Coliving-Hub für Remote Worker. Ein Ort, an dem Arbeit und Gemeinschaft nicht im Widerspruch stehen.

LibraLab AI Co-Living: Das Konzept 2025

LibraLab AI Co-Living: Das Konzept 2025

Das gemeinsame Mittagessen. Der Kaffee zwischen zwei Meetings - nicht als Zoom-Background, sondern als echtes Gespräch. Das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer ist als der eigene Bildschirm.

LibraLab AI CoLiving: Besucher, Business Partner, Bewohner und unser Team

LibraLab AI CoLiving: Besucher, Business Partner, Bewohner und unser Team

LibraLab ist unser Versuch, beides zu verbinden: Die Freiheit des Remote Work. Und die Verbundenheit einer echten Community.

Was das für KINN bedeutet

Bei KINN machen wir im Kleinen, was global gerade entsteht: Wir bauen einen Raum für echte Verbindung.

KINN#5 | 4.12.2025 - raum13, Innsbruck

KINN#5 | 4.12.2025 - raum13, Innsbruck

Jeden Donnerstag. 8-9 Uhr. Verschiedene Locations in Innsbruck und Tirol.

Keine Vorträge. Kein Pitchen. Kein Networking im LinkedIn-Sinne. Einfach: Menschen, die sich für KI interessieren, treffen sich. Reden. Tauschen aus.

Die Forschung zeigt: Was gegen Einsamkeit hilft, sind nicht spektakuläre Events. Es sind regelmäßige, niedrigschwellige Berührungspunkte. Ein Third Place - weder Arbeit noch Zuhause.

Die 6 Punkte echter Verbindung

1 Nachbarschaftskontakt
2 Community of Identity
3 Wöchentliche Sozialkontakte
4 Third Place
5 Community of Play
6 Community Service

KINN erfüllt mehrere dieser Punkte: Community of Identity (KI-Interessierte). Third Place (unsere rotierenden Co-Working Spaces). Community of Play (gemeinsames Lernen). Auch wenn es nur eine Stunde pro Woche ist - es macht einen Unterschied.

Was du tun kannst

Wenn du dich in diesem Newsletter wiedererkennst: Du bist nicht allein. (Ironisch, ich weiß.)

KINN#5 | 4.12.2025 - raum13, Innsbruck

KINN#5 | 4.12.2025 - raum13, Innsbruck

Ein paar konkrete Ideen:

Komm zu KINN - Donnerstag früh, Innsbruck. Keine Verpflichtung.
Such dir einen Third Place - Ein Café, ein Co-Working Space.
Plane echte Gespräche - Mit Menschen, nicht über Projekte.
Sprich darüber - Einsamkeit verliert ihre Macht, wenn wir sie benennen.

Für mich fühlt es sich so an, dass 2026 das Jahr wird, in dem wir als Gesellschaft - und als Tech-Community - anfangen, Einsamkeit ernst zu nehmen. Nicht als persönliches Versagen. Sondern als strukturelles Problem, das strukturelle Lösungen braucht.

Und KINN? Ist ein kleiner Teil dieser Lösung.

Nächster KINN Treff

Jeden Donnerstag, 8-9 Uhr in Co-Working Spaces in Tirol.

KINN#6 | 11.12.2025 - SOHO2.0, Innsbruck

KINN#6 | 11.12.2025 - SOHO2.0, Innsbruck

Einfach vorbeikommen. Anmeldung und Updates auf kinn.at/7

Donnerstag, 8. Jänner 2026

8-9 Uhr | WIFI LernBar, Innsbruck

Anmeldung auf kinn.at/7

P.S. Kennst du jemanden, der das auch lesen sollte? Leite diese Ausgabe weiter - oder schick mir eine Antwort, wenn du Feedback hast. Ich lese jede Nachricht.

Quellen

Gallup Workplace Report 2025

OECD Social Connections Report

Euronews: Europeans without close friends

US Chamber of Connection: 6 Points

Ipsos UK: Loneliness Survey

Newsweek: Remote Work Mental Health

Coliving Report 2025

Thomas Seiger für KINN - KI Netzwerk Tirol

kinn.at | Wo Tiroler KI Profil bekommt.

Website | KINN LinkedIn | Thomas LinkedIn

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