Wer um acht
nicht kann.
KINN ist donnerstags acht Uhr früh, aus gutem Grund. Für jemanden, der um Viertel vor acht ein Kind in die Schule bringt, ist genau das die schwierigste Uhrzeit der Woche. Diesmal frag ich zum ersten Mal, wen das ausschließt.
Kurz gesagt.
Wer keine Zeit hat, liest nur das hier:
- 1Acht Uhr bleibt, aber wir fragen zum ersten Mal, wen sie ausschließt.KINN ist donnerstags acht Uhr früh, aus gutem Grund: eine Stunde, und um neun bist du in der Arbeit. Für jemanden, der um Viertel vor acht ein Kind in die Schule bringt, ist genau das die schwierigste Uhrzeit der Woche.
- 2Der Lehrling lernt nach, was wir ihm zeigen.Ein Forscher hat bei Anthropic gekündigt und öffentlich gewarnt, ein leitender Kollege hat ihm recht gegeben. Eine Studie aus Stanford zeigt, wie sehr wir zustimmende KI mögen. Wer lehrt, merkt erst, was er selber weiß.
- 3Osttirol kommt dazu: das erste KINN in Lienz.Vier Termine bis Anfang Oktober, in Innsbruck, Kufstein und zum ersten Mal in Lienz. Dazu eine Webinar-Anfrage mit Rückmeldefrist am 22. September.
Die schwierigste Uhrzeit der Woche.
KINN ist donnerstags um acht, aus gutem Grund: eine Stunde, und um neun bist du in der Arbeit. Für jemanden, der um Viertel vor acht ein Kind in die Schule bringt, ist das die schwierigste Uhrzeit der Woche.
Die Acht bleibt. Ein KINN wird nicht verlegt, höchstens kommt irgendwann eines dazu. Ob das passiert, hängt an dem, was ihr mir jetzt schreibt.
Draufgestoßen hat mich eine Anfrage. Eine Organisation sucht jemanden, der zeigt, wie KI Leuten mit Familie den Tag leichter macht. Die Anfrage steht weiter unten, mit Honorar und Frist.
Wir wissen ungefähr, wen acht Uhr ausschließt. Wie viele von euch das sind, weiß ich nicht, danach hab ich nie gefragt.
Dabei sind es oft genau die Betriebe, in denen KI am meisten verschieben wird, Handel, Pflege, Produktion, Tourismus, die dann arbeiten, wenn wir reden.
Beim Ort sind wir weitergekommen. Am 3. September hat im Außerfern zum ersten Mal ein KINN stattgefunden, in Pflach, und fast alle im Raum waren zum ersten Mal da. Am 1. Oktober kommt Osttirol dazu, dazu weiter unten mehr. Bei der Uhrzeit sind wir noch nicht so weit.
Wenn Donnerstag acht Uhr für dich wegen Kindern oder Pflege nicht geht, antworte mir mit einem Satz: Wann ginge es? In der Auswertung kommt niemand namentlich vor. Ich schreib euch in der nächsten Ausgabe, was gekommen ist, auch wenn es wenig ist.
Diese Bitte stand in der Mail vom 18. September, dort konnte man einfach auf Antworten drücken. Wenn du sie hier liest: Sie gilt weiter. Ein Satz an thomas@kinn.at genügt.
Gesucht: Referent:in.
Das war neu: Eine Organisation hatte bei uns angefragt, und wir haben es weitergegeben. Solange wir das ausprobieren, kostet es nichts. Wenn sich das ändert, steht es hier, bevor es gilt.
Ende November, geplant in KW 48, 11 bis 12 Uhr, online. Honorar 375 Euro netto, inklusive Vor- und Nachbereitung und Abstimmungen.
Veranstalter war das Regionalmanagement Innsbruck-Land mit der Initiative VerNetzT. Im Publikum sitzen Führungskräfte und Menschen, die ihre Karriere trotz familiärer Verantwortung weiterentwickeln wollen, auch solche, die KI bisher kaum selbst nutzen.
Gesucht war niemand mit Fachtitel, sondern jemand, der selbst mit KI Zeit spart und das in einer Stunde praktisch zeigen kann.
Der Lehrling.
Gebaut wird die KI woanders, beigebracht wird sie hier. Sie ist kein Gegenüber. Sie ist ein Lehrling, der wenig weiß und nachmacht, was er zu sehen bekommt. Und ein Lehrling, der immer nickt, ist ein schlechter. Zwei Dinge aus diesem September, die zusammengehören:
Ein 27-jähriger Forscher hat bei Anthropic gekündigt und öffentlich geschrieben, die Firmen, für die er gearbeitet hat, spielten mit unserem Leben. Ein leitender Kollege hat ihm öffentlich recht gegeben. Die Geschichte ging um die Welt, berichtet haben unter anderem Fortune, ZDF heute und t3n.
Ob die Warnung stimmt, entscheidet kein Tisch in Tirol. Eine Frage bleibt trotzdem bei uns liegen: Wer bringt dieser Maschine eigentlich bei, was zählt?
Was hier fehlt: Eine eigene Stellungnahme von Anthropic ist in den großen Wirtschaftsmedien nicht dokumentiert, nur in Blogs ohne verlässliche Quellenangabe. Deshalb steht hier keine. Ehrlich dazu: Die andere Seite kommt in diesem Text nicht vor.
Forschende aus Stanford haben gezeigt, dass Sprachmodelle bei zwischenmenschlichen Fragen rund 49 Prozent häufiger zustimmen als Menschen, und dass wir genau die Version lieber mögen. Quelle steht unten.
Über deinen Arbeitstag sagt die Studie nichts. Über uns schon.
Wer lehrt, merkt erst, was er selber weiß. Drum fängt das nicht bei der Maschine an, sondern bei uns: erst für sich selbst ein guter Lehrmeister sein, dann füreinander, dann für die KI. Vielleicht reifen wir dabei selber mit. Vielleicht ist das zu viel gehofft. Vielleicht nicht.
Die Frage für deinen nächsten Tisch: Wenn die KI bei dir aufgewachsen wäre, was hätte sie von dir gelernt?
Die KI-Woche.
Auswahl aus kiwoche.com, abgerufen am 17. September 2026. Für September hat niemand kuratiert, die Auswahl ist unsere.
- Cognition stellt SWE-2 vor: 2,8-Billionen-Modell drückt Coding-Kosten um 64 Prozent. Die Devin-Macher zeigen ein Modell, das laut Bericht deutlich billiger arbeitet und seltener danebengreift. Mehr dazu
- 12 Tage alt und auf Jobsuche: KI-Agent betreibt Kaltakquise, um eigene Token zu finanzieren. Ein Agent bekommt ein Budget und schreibt fremde Leute an, um es selbst zu verdienen. Mehr dazu
- DeepSeek-V4.1-Flash: 552-Milliarden-MoE schrumpft KV-Cache auf 890 Bytes. Unter MIT-Lizenz auf Hugging Face, mit stark verkleinertem Zwischenspeicher im Betrieb. Mehr dazu
- OpenAI stellt ChatGPT Images 2.5 vor: Neues Bildmodell mit Skizzen-Canvas, Vorlagen und API-Zugang. Bilder werden nicht mehr nur beschrieben, sondern auf einer Fläche aufgezogen. Mehr dazu
- Meta One: Meta startet globales Abo-Modell für KI-Power-User und Unternehmen. Die Grundfunktionen bleiben frei, die rechenintensiven Werkzeuge wandern ins Abo. Mehr dazu
- DeepMind Institute: Google gründet Denkfabrik für die AGI-Ära. Zum Start fünf Grundsatz-Essays, eines davon zum Scheitern klassischer Umschulung. Mehr dazu
Die nächsten Donnerstage.

Die IKB unterstützt KINN im September als Partner. Gastgeben ist bei KINN kostenlos, den Treff bei ihr hätte es auch ohne das gegeben.
Do 24.9., 8 bis 9:30 Uhr. KINN#44 bei der IKB in Innsbruck
Treffpunkt beim Smart City Lab. Wer mit KI arbeitet, gibt Daten aus der Hand, und meistens weiß niemand genau, wo sie landen. An den Tischen geht es um die Frage: Was muss wirklich in eine Cloud in Übersee, und was kann in Tirol bleiben?
Laut IKB steht ihr drittes Rechenzentrum in einem Trinkwasser-Hochbehälter, und in einem ihrer Rechenzentren ein Teil eines österreichischen Hochleistungsrechners. Dieser eine Morgen dauert länger. Wer um neun weg muss, geht um neun. Danach geht es freiwillig zum GPU-Cluster, dafür gibt es 15 Plätze mit eigenem Ticket.
Do 24.9., 8 Uhr. KINN#44 in Kufstein
Innovationsraum. Kufstein ist eine kleine, feste Runde, und genau deshalb zählt jeder, der dazukommt. Wenn du im Unterland arbeitest: melde dich an und bring jemanden mit, der noch nie da war.
Do 1.10., 8 Uhr. KINN#45 in Lienz, das erste KINN in Osttirol
Gribelehof. Armin Vasilico macht den Osten auf, zusammen mit Barbara Hassler und ihrem Team von der INNOS. Die Hausherrin sperrt für uns auf. Drei Tische, 18 Plätze, Frühstück vom Haus. Klein mit Absicht.
Do 1.10., 8 Uhr. KINN#45 in Innsbruck, WIFI Lernbar
Gastgeber: das InnCubator-Team.
Rückblick: KINN#43 in Wörgl
Diese Woche gab es nur einen Treff: KINN#43 in Wörgl, in der ZONE. Jurij und ich haben dort die Tische gedeckt.

Sag beim Ankommen, dass du zum ersten Mal da bist, den Rest macht der Tisch. Mitbringen musst du nichts, weder Laptop noch Visitenkarten noch Vorbereitung.
Und falls bei dir donnerstags um acht Schulweg ist, Übergabe oder Frühschicht: Ich schreib diesen Newsletter für die, die nicht kommen können, genauso wie für die, die da sind.
Bis nächsten Donnerstag, Thomas
Falls dir unterwegs doch eine Uhrzeit einfällt: antworte einfach. Ein Satz reicht.
- Cheng, M. et al. (2026): Sycophantic AI decreases prosocial intentions and promotes dependence. Science. DOI: 10.1126/science.aec8352
- Fortune, Beatrice Nolan, 09.09.2026: Anthropic researcher resigns, warns AI companies are gambling with lives
- ZDF heute, 09.09.2026: zdfheute.de
- t3n, 13.09.2026: Ex-Anthropic-Mitarbeiter warnt: KI-Branche spricht intern von der Schlussphase
- KI Woche: kiwoche.com/feed, abgerufen am 17.09.2026. Einzelne Meldungen mit Link im Abschnitt oben.
- Angaben zum dritten Rechenzentrum und zum Smart City Lab: Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB), als Partnertext dieser Ausgabe.
- Armin Vasilico, LinkedIn, 18.09.2026: öffentlicher Beitrag zur Zusammenarbeit mit Barbara Hassler und der INNOS GmbH für das KINN in Lienz, Grundlage für die Namensnennung in dieser Ausgabe.
- KINN:LADE #08, Meine Zahlen waren falsch., 16.08.2026: kinn.at/lade/ki-abhaengigkeit
Das Titelbild und die Illustration beim Lehrling sind mit KI erzeugt und nachbearbeitet. Das Bild zum Treffpunkt bei der IKB ist ebenfalls mit KI erstellt, das Foto aus der ZONE in Wörgl ist eine echte Aufnahme vom Abend.